alles allen
Die Rebellion zielt auf das, was allen vorenthalten ist, ein Glück, das mehr als nur privat und zufällig; und nicht vom Unglück der Anderen gemacht ist.
alles allen

Fährtenlesen zwischen Scherben, Pfade nach Utopia suchend.

Wer sich die Zustände der Welt so anschaut, kommt nicht umhin entweder zu verrohen oder mit permanenten Zorn die Verhältnisse umstürzen zu wollen. Angesichts dessen braucht es dringend ein politisches Zuhause, für die, die für etwas Anderes einstehen. Die (deutsche) Linke kann in ihrer aktuellen Verfassung dieses Zuhause nicht sein – Ist sie doch zu sehr in ihren eigenen Dynamiken verfangen und beschäftigt sich mit Nebelkerzen.

Es geht im Folgenden nicht um einen „Bruch mit der Linken“. Es gilt, die guten Elemente aus ihr nicht zu vergessen, die Freund*innen-schaften aufrecht zu halten. Dennoch gilt auch: Aus dem Korsett linker Politik muss ausgebrochen werden, um sich darauf zu besinnen, worum es eigentlich geht.: Gegen das Feld der Politik und für die Commune.

Was ist ist – Was nicht ist, ist möglich.

Ein Freund meinte einmal, uns würde „die gemeinsame Erzählung“ fehlen. Ganz offensichtlich bewegen sich viele Freund*innen und Genoss*innen gerade ziellos und hoffnungslos. Oft genug wurde in den letzten Jahr(zehnt)en festgestellt, dass „die Linke“ ziemlich zersplittert sei. Statt sich nun daran abzuarbeiten, woran das liegen mag und einem autoritären Wunsch nach Bündelung aller Kräfte nachzugeben – geht es hier um etwas Anderes: Dem Versuch eine neue Erzählung wiederzuentdecken, die sich daran macht uns selbst ein „eigenes Projekt“ zurückzugewinnen. Die Linke war in den letzten zwei Jahrzehnten geprägt davon, sich an der reaktionären Verschlechterung der Zustände abzuarbeiten – als stete alltägliche Begleitmusik. Zerrieben in dieser permanenten Politik sich aktiv zu verhalten,  ging uns dabei eben dieses „eigene Projekt“ verloren: Ein Wissen um und ein Glauben an die eigenen Utopien. Eine Vorstellung davon wie dorthin gelangen. Und eine Verinnerlichung dessen, dass diese Utopien keine Heldenerzählungen vergangener Jahrzehnte oder eine nie erreichbare Fata Morgana am Horizont sind.

Viele Linke definieren ihre Tätigkeiten als „politische Arbeit“, die neben den eigenen Träumen und dem Alltagsleben stattfände. So sind sie nach einigen Jahren dann zerrieben, verlieren ihre Hoffnung und werden zu Linksliberalen, die Revolution als Folklore oder Belletristik abtun, ihr eigenes Leben aber dem realpolitischen und tiefbürgerlichen Alltag widmen.

Doch das geht bestimmt auch anders. Was wir suchen, ist eine Antwort auf die allgemeine Depression der Gesellschaft und die Abgekämpftheit der linken Szene. Was wir suchen, ist unsere eigene Erzählung, wie sich unser Leben gestalten lässt, um zum Samen zu werden, aus dem etwas Neues gebiert.

Omnia Sunt Communia – Alles Allen – ist dabei der Mindestanspruch, hinter den wir nicht zurückfallen wollen. Es soll darum gehen sich vom linken Feld der „Teilhabe“ und „Intervention“ zu lösen und sich auf eine sozial-revolutionäre Perspektive zu besinnen.

Als Kreidezeichen unserer Suche sollen uns hierbei zwei alte, doch teilweise fast verlorene Konzepte dienen: Autonomie & Kommune.
In ihrem Wechselspiel liegt für uns die Hoffnung darauf auf die Spuren der vielköpfigen Hydra zurückzukehren.